
Kommunikation & Bildung
1. Feb. 2026
1. Feb. 2026
Conie Riedle
Der Klima-Newsletter für Oberhaching
Zamdacht - Klima & Kommunale Teilhabe
Inhalt:
Hallo liebe KLIMAwerkstatt-Community,
wir hoffen sehr, euer Jahr ist gut ausgeklungen, trotz all der negativen Nachrichten und Krisen, die uns 2025 alle ziemlich mitgenommen haben. Und wir wünschen euch, dass ihr dennoch mutig und mit viel Elan in das neue Jahr startet!
Auf dem Christkindlmarkt in Oberhaching haben wir eine Umfrage gestartet und die Besucher*innen gefragt, wie es ihnen mit dem Thema Klima geht, was ihnen hilft, mit der Krise umzugehen und was sie sich für 2026 wünschen. Daraus ist eine Video-Serie entstanden, die authentische Stimmen aus dem Ort zeigt. Lasst euch inspirieren!
👉 Die Beiträge findet ihr auf unserem Insta-Account.

Nicht alle Antworten sind zuversichtlich, manche Menschen wirken resigniert oder finden keinen persönlichen Ansatzpunkt. Das ist normal und verständlich: Klimaschutz klingt oft nach großen Gipfeln, unerreichbaren Zielmarken und komplizierten Gesetzen – ziemlich weit weg von unserem Alltag.
In Wahrheit aber entscheidet sich sein Erfolg direkt vor unserer Haustüre: in unseren Gemeinden. 2026 ist ein besonderes Jahr, denn wir haben die Wahl, was in Oberhaching geschehen wird - bei der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl im März.
In unserer Kommune wird geplant, gebaut und konsumiert. Hier wird sichtbar, ob Klimaschutz mitgedacht wird. Und hier zeigt sich auch, wie belastbar unsere Demokratie ist. Schaffen wir es, trotz oft unterschiedlicher Meinungen gemeinsam Entscheidungen zu treffen und handlungsfähig zu bleiben?
Klimacheck zur Kommunalwahl Oberhaching
Um das Klima bei der Wahl in den Fokus zu rücken, haben wir alle Parteien vor Ort gefragt:
Was sind die konkreten kommunalen Maßnahmen, die ihr im Gemeinderat umsetzen wollt?
Wie wollt ihr uns Bürger*innen an der Gestaltung des Ortes und unserer eigenen Zukunft beteiligen?

Denn das Engagement und die Akzeptanz der Bürger*innen sind entscheidende Faktoren für das Gelingen von Klimaschutz und sozialen Projekten.
👉 Die Antworten der Gemeinderatskandidat*innen von CSU, SPD, FDP, Die Grünen und WGO findet ihr hier.
Warum Kommunen für den Klimaschutz so wichtig sind
Deutschland ist föderal organisiert. Bund und Länder setzen den Rahmen, beschließen Gesetze und definieren Ziele. Umgesetzt wird aber Vieles vor Ort: in Städten und Gemeinden.
Ob klimafreundliche Mobilität, bezahlbarer Wohnraum, begrünte Ortskerne oder der Schutz von Wasser und Böden – all das liegt wesentlich in kommunaler Hand.
Das Bayerische Klimaschutzgesetz nennt zwei zentrale Zielmarken:
Bis 2028 soll die kommunale Verwaltung klimaneutral arbeiten – also etwa bei Gebäuden, Fuhrpark oder Straßenbeleuchtung.
Bis 2040 sollen auch die übrigen Bereiche wie private Haushalte, Unternehmen und der Verkehr klimaneutral sein.
Sind diese Ziele ambitioniert? Ja. Sind sie machbar? Nur, wenn möglichst viele Menschen mitziehen. Unser zweiter Zamdacht-Newsletter beschäftigt sich deswegen damit, was die verschiedenen Akteure tun können, um den Klimaschutz hier vor Ort voranzutreiben.
Was Kommunen konkret tun können
Gemeinden haben mehr Stellschrauben, als oft angenommen. Sie gestalten zum Beispiel:

Stadt- und Ortsentwicklung: Wo darf gebaut werden? Wie dicht? Unter welchen Vorgaben?
Energie & Wärme: kommunale Wärmeplanung, Gemeindewerke, PV- und Windflächen, Stromspeicher
Mobilität: ÖPNV, Rad- und Fußwege, Carsharing, Stellplatzsatzung
Natur & Lebensgrundlagen: Wasser, Erhalt von Lebensräumen und Böden, Grünflächen, Baumschutz
Eigene Gebäude und Institutionen: Schulen, Rathäuser, Sporthallen, Kantinen – mit wichtiger Vorbildfunktion
Welche Faktoren für den Erfolg von kommunalem Klimaschutz entscheidend sind, haben wir hier zusammengefasst:
👉 Erfolgsfaktoren im kommunalen Klimaschutz
Klimaschutz braucht Vertrauen – und Bürgerbeteiligung
Dort, wo Menschen beteiligt werden, wächst Akzeptanz. Dort, wo sie sich übergangen fühlen, entsteht Widerstand. Technische Lösungen und Maßnahmen allein reichen nicht. Entscheidend ist, wie sie entwickelt und umgesetzt werden.
Immer mehr Kommunen experimentieren deshalb mit neuen Beteiligungsformaten: Bürgerräte, Zukunftsräte, Demokratiecafés, dritte Orte – Räume, in denen man sich austauscht, diskutiert und gemeinsam nach Lösungen sucht.

Ein Bürgerrat ist eine Gruppe von per Los ausgewählten Bürger:innen, die gemeinsam über ein Thema beraten und Empfehlungen für die Politik aussprechen. Sie werden von der Kommune eingeladen und sind unabhängig von Parteien oder Interessensvertretungen. Besonders bei der Orts- oder Städteplanung, aber auch bei vielen Klimaschutz-Themen sind Bürgerräte häufig im Einsatz.
Ziele bei der Einberufung von Bürgerräten:
● Perspektivenvielfalt und kreative Lösungen
● Beteiligung von bisher unpolitischen Bürger*innen
● Akzeptanz in der Bevölkerung für Maßnahmen
● Vermittlung der Komplexität bei Umsetzung von Maßnahmen an die Bürger*innen
2024 gab es in Deutschland so viele Bürgerräte wie nie zuvor. Auch in unserer Region zeigen Beispiele wie die Zukunftsräte in Unterhaching, die Bürger*innenräte zur Stadtentwicklung in München oder der Münchner Klimarat was möglich ist, wenn Politik zuhört.
Und was kannst du als Bürger*in tun?
Eine starke, handlungsfähige Gemeinde braucht eine aktive Bürgerschaft, die Verantwortung trägt und den Wandel mitgestaltet. Demokratie ist kein Zuschauersport. Du kannst dich jederzeit einbringen.
Innerhalb der politischen Strukturen
● Bürgerversammlungen besuchen und Anträge stellen
● Gemeinderatssitzungen besuchen und Gemeinderäte persönlich ansprechen
● Bürgersprechstunde des Bürgermeisters nutzen
● aktive Parteiarbeit über die Ortsverbände
● Bürgerantrag stellen
Außerhalb der politischen Institutionen
● Jugendforum A12: Jugendbeteiligung an der Kommunalpolitik
● Vereine, Initiativen und Nachbarschaftsprojekte
● Orte der Begegnung (sogenannte dritte Orte) einfordern und nutzen
● Vernetzung mit Gleichgesinnten, eigene Projekte starten
Wir haben konkrete Wege und Kontakte für Oberhaching und Umgebung gesammelt:
👉 Mitmachen vor Ort: Deine Möglichkeiten

Ich finde es schön hier in Oberhaching, dass man vielseitige Möglichkeiten hat, wenn man sich engagieren möchte. Durch Zufall bin ich auf das Jugendforum gestoßen und wurde sehr herzlich empfangen. Dort kann man in einem kleinen Kreis Probleme im Ort ansprechen und wird auch um seine Meinung gebeten. Zum Beispiel planen wir derzeit einen schulübergreifenden Speed-Friending-Abend, weil wir uns für uns Jugendlichen im Ort eine gemeinsame Veranstaltung wünschen. Mit dabei waren unser Bügermeister Herr Stefan Schelle, Gemeinderatsmitglieder und Leiter der A12. Bei unserem Treffen haben wir gegrillt. Sophie von Klitzing
Was macht die KLIMAwerkstatt? Gestalte mit!
Genau hier im Kommunalen setzt die KLIMAwerkstatt Oberhaching an. Sie bietet den notwendigen Raum für alle BürgerInnen, die ihre Gemeinde mitgestalten und Lösungen erarbeiten wollen. In den letzten Jahren ist bereits einiges geschehen. Über verschiedene Arbeitsgruppen stehen wir eng mit der Gemeinde und vielen anderen Akteuren am Ort in Kontakt und sind bisher in folgenden Bereichen aktiv:
● Kommunikation und Bildung
● Kooperation und Vernetzung
● Ortsentwicklung und Wohnen
● Mobilität
● Schule & Jugend
● Landwirtschaft und Ernährung
● Strom und Wärme
● Konsum und Ressourcen
👉 alle unsere Projekte zum Mitmachen
Wenn dich eines dieser Themen oder auch ganz andere Themen interessieren und du gemeinschaftlich anpacken willst, melde dich jederzeit bei uns:
👉 info@klimawerkstatt-oberhaching.de
