
Mobilität
28. Aug. 2026
28. Aug. 2026
Radeln macht gute Laune – Erfahrungen und Ideen aus der Radel-Umfrage
Radfahren ist mehr als nur eine Möglichkeit, von A nach B zu kommen. Das zeigen die Rückmeldungen aus der Radel-Umfrage der KLIMAwerkstatt Oberhaching zum Stadtradeln eindrucksvoll: 40 Fragebögen wurden zwischen Anfang Juli und Ende August 2026 ausgefüllt. Besonders erfreulich: Für die Hälfte der Befragten bedeutete das Stadtradeln, in den drei Wochen tatsächlich mehr Rad zu fahren als sonst.
Was macht das Radeln so schön?
Die Antworten sind vielfältig – und gerade deshalb so sympathisch. Für manche beginnt der gute Teil des Tages schon auf dem Arbeitsweg:
„Immer morgens zur Arbeit, die Stimmung ist einfach besser als beim Auto- oder S-Bahnfahren.“
Andere schätzen, dass sie mit dem Rad in die Stadt mindestens genauso schnell kommen wie mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch das Erkunden der Umgebung, gemeinsame Touren mit Familie und Freunden oder einfach eine Fahrt durch die sommerliche Landschaft wurden als besondere Erlebnisse genannt.
Radmomente: Verbindung von Bewegung, Alltag und Geselligkeit
Dabei entstanden ganz unterschiedliche kleine und große Radmomente:
Eine Tour entlang der Würm nach Nymphenburg
Frühmorgens durch den Perlacher Forst
Eine Fahrt an der Isar, zum Walchensee oder zum Tegernsee
Ein Sonnenuntergang an der Ludwigshöhe
Baden nach einer Radtour
Besonders schön: Das Fahrrad wird immer wieder zum verbindenden Element – etwa bei einer gemeinsamen Fahrt mit dem eigenen Sohn, einer Tour mit Freunden oder bei der Sternfahrt. Selbst eine große Sambatrommel ließ sich im Fahrradanhänger transportieren.
Radfahren verbindet – und motiviert
Viele Rückmeldungen zeigen: Radfahren kann Bewegung, Alltag, Naturerlebnis und Geselligkeit miteinander verbinden. Es schafft kleine Auszeiten, bringt Menschen zusammen und sorgt offenbar nicht selten für gute Laune. Genau diese positiven Erfahrungen könnten noch viel mehr Menschen dazu bewegen, das Auto für kurze Wege öfter stehen zu lassen.
Vorschläge der Befragten:
Gemeinsame Radtouren und Aktionen wie die Sternfahrt
Gute Werbung fürs Stadtradeln und attraktive Anreize (z. B. Gutscheine)
Praktische Angebote: Fahrradtrainings für Lastenräder oder Unterstützung bei der Fahrradpflege
Wo es noch Verbesserungsideen gibt
Infrastruktur
Mehr und bessere Radwege: Klare Trennung vom Autoverkehr, Fahrradstraßen, bessere Verbindungen innerhalb des Ortes.
Kritische Punkte: Bahnhofstraße, Tölzer Straße, Grünwalder Weg, Lanzenhaarer Straße.
Sicherheit
Probleme: Ausparkende Autos, zu geringe Überholabstände, unübersichtliche Kreuzungen, Kreisverkehre, Baustellen, Bahnunterführungen, schlecht zurückgeschnittene Sträucher.
Lösungsvorschläge: Bessere Führung an schwierigen Stellen, gut erkennbare Markierungen und Piktogramme, regelmäßige Kontrolle des Überholabstands, fahrradfreundlichere Gestaltung.
Miteinander im Verkehr
Rücksichtnahme: Zwischen Radfahrenden, Fußgänger:innen und Autofahrenden.
Flexible Lösungen: Alternative Routen für Rennradfahrende, mehr Platz und stärkere Gleichberechtigung des Radverkehrs.
Fahrradabstellplätze
Wünsche: Sichere, fahrradfreundliche Abstellmöglichkeiten (Bügel, Ständer), die moderne Laufräder nicht beschädigen.
Zusätzliche Anreize: Gute Abstellmöglichkeiten und Duschen am Arbeitsplatz.
Fazit: Radfahren als Gewohnheit etablieren
Die wichtigste Botschaft der Umfrage: Wer Rad fährt, erlebt etwas – den frischen Wind am Morgen, einen schönen Sonnenuntergang, eine spontane Begegnung, eine gemeinsame Tour oder den guten Start in den Arbeitstag.
Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen, dass eine fahrradfreundliche Gemeinde nicht nur durch Motivation entsteht, sondern auch durch sichere Wege, gute Infrastruktur und gegenseitige Rücksichtnahme.
Das Stadtradeln hat viele Menschen aufs Rad gebracht – vielleicht gelingt es, aus diesen drei Wochen eine dauerhafte Gewohnheit zu machen. Denn wenn Radfahren tatsächlich gute Laune macht, ist das doch ein ziemlich gutes Argument, öfter mal loszuradeln.